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Gedanken, Kleiderstange

Kleiderschrank-Kolumne #3: Der (nicht ganz) eigene Sinn für Ästhetik.

Zuallererst: Es gibt natürlich nicht DAS ästhetische Empfinden. Es baut sich vielmehr historisch auf, manifestiert sich in der Gegenwart und entwickelt sich in der Zukunft. Es gibt also eher ein zeitliches und gesellschaftliches Übereinstimmen über einen Sinn von Ästhetik, der es geschafft hat, der populärste zu werden und somit wie ein kleines Alphamännchen über vielen verschiedenen Ideen von Ästhetik thront. Ein Beispiel: der „richtige“ Einsatz von Kleidungsstücken, die mit ihren ganz eigenen Proportionen irgendwie kombiniert werden wollen. In den 50ern durfte sich Kleidung gerne eng und A-Linienförmig an den Körper schmiegen, die 60er/70er assoziiert man heute mit weiten Kleidern, weiten Hosen und weiten Hemden, die viel Platz für Revolutionsgedanken und Freiheitsgefühl ließen. Die 80er brachen wohl mit allem und die 90er, achja die 90er. Da lag die Tattookette eng am Hals, das Spaghettiträgertop eng am Oberkörper und die Miss Sixty auf Hüfte, um schließlich trichterförmig über die Plateaubuffalos zu fallen. Ich muss zugeben, dass es mir gerade schwerfällt festzustellen, welche Formen und Kombinationen denn nun heute vorherrschend sind. Rückblickend fällt das natürlich immer leichter.

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