Event, Weltreise

Antwerpen mal 5! Tipps für flämische Kreativhochburg

Im Gegensatz zu Florenz war Antwerpen Liebe auf den ersten Blick. Schon während des Brüssel-Trips schwärmte man mir von der belgischen Nachbarstadt vor. Dass es uns noch im gleichen Jahr hinziehen wird, war somit gleichermaßen überraschend und willkommen! Mit dem Motto „Fashion in Antwerp“ war der Schwerpunkt bereits gelegt, allerdings hatten wir zusätzlich die Möglichkeit, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Am Ende hinterließ uns der Trip beeindruckt, fast verblüfft, scheint es doch so, als könne man die kreative Stimmung der Stadt fast greifen. Sie verläuft durch alle Straßen, Gassen und Winkel, wird in Ateliers, Cafés, Shops, Museen, Bars, Restaurants und öffentlichen Plätzen sichtbar.

Auch wenn vier Tage niemals reichen, um diese Stadt zu erfassen, gibt es hier dennoch unsere „Antwerpen mal Fünf“-Tipps: Ein Bruchteil von Eindrücken eines großartigen Reiseziels.

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1. Von Anfang an genießen

Antwerpen ist ab Sekunde Null ein Erlebnis. Unser Flug ging bis nach Brüssel, die Bahn brachte uns schließlich an das erste Ziel: Den Hauptbahnhof der belgischen Hafenstadt. Anstatt fokussiert auf Ausgänge zuzustürmen, heißt es hier kurz durchatmen und den Kopf nach oben wenden, hält das imposante Gebäude doch eine 75m hohe Kuppel bereit, inspiriert durch das Pantheon in Rom. Diese sogenannte Eisenbahnkathedrale ist der perfekte Startpunkt des Städtetrips, ein erster, neuer Eindruck mit altem Charme und man ist vor allem eines: angekommen.

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2. Die Sinne bemühen

Es klingt kitschig und ich meine es auch so. Antwerpen ist eine Stadt zum durchleben. Anstatt gehetzt von Punkt A nach Punkt B zu stürmen und dabei einen Plan abzuarbeiten, empfehlen wir euch das treiben lassen. Die Stadt bescherte uns dunkle Herbsttage mit Regen und grauen Wolkendecken, fast schwermütig. Aber Antwerpen ist einer dieser seltenen Orte, die Grau fast gleichgültig werden lassen. Zum einen durch die positive Grundstimmung, zum anderen durch die Tatsache, dass der Schwermut passt und somit unterstreicht, dass diese Stadt von Kontrasten lebt. Sie wird durch schwarz-weiß beherrscht, fühlt sich auch genau so an und bietet dazwischen dennoch ein großes (Farb-)spektrum an Besonderheiten, die entdeckt werden wollen. Sie riecht nach Bergamotte und schmeckt nach einer großen Variation unterschiedlicher Küchen, die sich in einer Reihe aus kleinen Restaurants durch die Gassen ziehen.

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3. Durch die Stadt schlemmen

Direkt am ersten Tag bot uns der kulinarische Teil der Stadt ein Highlight: Trüffelravioli an Pilzsoße. Hierbei war vor allem auch der Zufall eine wichtige Zutat, denn aus der Reihe von Restaurants stolperten wir durchnässt, hungrig und ungeplant ins Il Macho: eine kleine, charmante Insel für gestrandete Regenflüchtlinge. Die Karte wurde uns auf einer Tafel präsentiert und vorgelesen, der offene Blick in die Küche verriet uns schon vor dem Essen, dass wir mit diesem Restaurant den Tagesjackpot geknackt hatten. Solltet ihr also in naher Zukunft nach Antwerpen reisen, dann plant dort unbedingt einen zufälligen Besuch ein! (Graaf van Egmontstraat 19, 2000 Antwerpen)

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Dass die Kombination aus Restaurant und Mode funktioniert, war mir spätestens seit Brüssel und dem Conceptstore SMETS klar. Der Besuch im Graanmarkt 13 bestätigte dies und konnte das Ganze noch durch eine Galerie steigern. Zur Zeit unseres Besuchs präsentierte der polnische Fotograf Pawel Czermak seine Ausstellung „Early Days“: eine bebilderte Zeitreise durch die 1970er-90er Jahre der „Antwerp Six“, die mit ihm an der Akademie der Schönen Künste in Antwerpen studierten. Somit konnten wir einen kleinen Einblick in die frühen Jahre von Dirk Bikkembergs, Walter van Beirendonck, Ann Demeulemeester, Dries van Noten, Dirk Van Saene und Marina Yee erhalten und erneut feststellen, dass die modische Geschichte dieser Stadt eine Große ist. (Graanmarkt 13, 2000 Antwerpen)

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Natürlich darf in der Kategorie „durch die Stadt schlemmen“ der perfekte Mitternachtssnack nicht fehlen. Nach dem Closing Event am letzten Abend unserer Reise mussten wir noch die „beste Falafel der Stadt“ im Finjan testen. Nach dieser Ankündigung waren die Erwartungen hoch, wurden jedoch restlos erfüllt. Ich will nicht behaupten, dass es die beste Falafel meines Lebens war, aber ganz nah dran! (1 Graaf Van Hoornestraat, 2000 Antwerpen)

4. Die 2 F’s: Zu Fuß und mit dem Fahrrad die Stadt erkunden

Antwerpen ist eine Stadt, die sich dank ihrer Größe perfekt durchlaufen lässt. Sollte es trotzdem mal schneller gehen und Punkt B nach Punkt A zeitnah erreicht werden, empfehlen wir euch das Fahrrad. Die Citybikes heißen „Velo“ und bieten sich perfekt für kleine Touren an. Die erste halbe Stunde ist gratis, mehr Infos über Stationen und Routen erhaltet ihr unter anderem über eine App. Wir waren allerdings die meiste Zeit zu Fuß unterwegs und haben dabei folgende Punkte besucht:

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RUBENSHAUS: Den Palast des berühmten Barockmalers Peter Paul Rubens darf man sich nicht entgehen lassen. Mitten in der Stadt bietet sein einstiges Haus Einblicke in Wohnräume, Ateliers, Kunstwerke und den imposanten Garten. Man kann den Stolz der Stadt, aber auch den des Künstlers gleichermaßen und nachträglich fühlen. (Wapper 9-11, 2000 Antwerpen)

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PHILIP’S BUSCUITS: Der Übergang von Rubens zu Philip wird mir nicht nahtlos gelingen, deswegen versuch ich es erst gar nicht. Dennoch ist er nicht minder erwähnenswert! Der namentliche Ursprung von Antwerpen stützt sich auf die Legende, dass einst ein Riese in einem Schloss lebte, dem eines Tages durch den Menschen Brabo die Hand abgeschnitten und in den Fluss Schelde geworfen wurde. „Antwerpen“ wurde folglich mit „Hand werfen“ gleichgesetzt, was sich nicht nur im Wappen der Stadt wiederfindet, sondern auch zu einer lokalen Spezialität führte: Den Antwerpse Handjes. Die essbaren Hände in Keks- und Schokoladenform erinnern an die Legende und wurden uns im Kekshimmel Philip’s Biscuits präsentiert. Nun kann ich aus vollster Überzeugung behaupten: Hände haben noch nie so gut geschmeckt! (Korte Gasthuisstraat 11, 2000 Antwerpen)

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GINGER LOVE: Ingwerliebe besteht im Hause Ginger Love aus Zitrusfrüchten, Kräutern und der Wurzel selbst. Gemixt in ein Heißgetränk wärmte es uns in kürzester Zeit auf und weckte die müden Lebensgeister ohne Koffein. 2006 entdeckte ein Journalist des Wall Street Journals den Gewürztee und packte ihn in eine „Must do’s in Belgium“-Liste. Der Erfolg wird an den Wänden des Lokals deutlich: Tweets, Facebookkommentare und Fotos berühmter Besucher wie Sting und Moby sammeln sich in einer Collage voller Ingwerliebe. Fern ab all dieses fast zu sichtbaren Erfolges können wir jedoch festhalten: Es schmeckt wirklich. (Lombardenvest 78, 2000 Antwerpen)

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THE CHOCOLATE LINE: Belgien schreit Schokolade und wir schreien gerne mit. Dominique Persoone ist Chocolatier und bekannt für einen speziellen und kreativen Umgang mit der kakaohaltigen Süßspeise. In The Chocolate Line lässt er all seinen Ideen freien Lauf. Neben Pralinen in den Geschmacksrichtungen Tequila, Zigarre, schwarze Olive und gerösteten Zwiebeln, bietet er den sogenannten „Chocolate Shooter“ an: ein kleiner Apparat, der Schokopulver in die Nasenlöcher schießt und ursprünglich für eine Geburtstagsparty der Rolling Stones erfunden wurde. „Like a Rolling Stone“ wird hier zumindest teilweise möglich. (Paleis op de Meir 50, 2000 Antwerpen)

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5. Abreisen und wiederkommen

Am letzten Tag ging alles ganz schnell. Wir mussten früh aufstehen, zum Taxi rennen, am Bahnhof im Eiltempo unser Gleis suchen, um dann eine viel zu typische Bahnfahrt in Richtung Flughafen zu erleben. Aber dennoch, oder genau deswegen, blieb genug Zeit, die Abreise gehörig zu bedauern. Man verlässt Antwerpen, um den Entschluss zu fassen, in naher Zukunft zurückzukehren. Denn man war nach vier Tagen vor allem eines: angekommen, allerdings viel zu kurz.

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10 Comments

  • Reply liz 25. November 2013 at 17:28

    oooh über rubens hab ich erst ein referat gehalten, den palast hätte ich auch gern gesehn 🙂

  • Reply Lilinzki 25. November 2013 at 23:04

    oooooch, ich mag JETZT SOFORT nach Antwerpen, und all die Tipps beachten! Vor allem Tipp Nummer 3, durch die Stadt schlemmen, liegt mir besonders am Herzen 😉

  • Reply Vreni 26. November 2013 at 12:11

    Toller Post!
    Hört sich an, als sollte man da wirklich mal hin 🙂

  • Reply Coco 26. November 2013 at 12:41

    So schön 🙂
    Ich glaube mir würde es dort auch super gefallen!!!

    http://coco-colo.blogspot.de/

  • Reply Marianne 27. November 2013 at 12:05

    Garantiert muss man da mal hin. Vor allem die hier vorgestellten Tipps laden doch gerade dazu ein, es sich dort einmal so richtig gut gehen zu lassen.

  • Reply Miss Annie 28. November 2013 at 17:13

    Tolle Bilder, vor allem in schwarz-weiß 🙂 Sich treiben lassen ist der beste Tipp überhaupt, um eine Stadt richtig kennen zu lernen. Meistens hat man ja erst beim zweiten oder dritten Besuch so richtig Zeit dafür, wenn man alle Sehenswürdigkeiten abgeklappert hat und keine Angst mehr hat, etwas zu verpassen. Dann kann man die schönen kleinen Dinge entdecken.

    Liebe Grüße
    Miss Annie
    http://www.miss-annie.de

  • Reply Outfit & WIN mit ST. EMILE! | tea & twigs 1. Dezember 2013 at 14:00

    […] 1. Antwerpen mal 5! Tipps für flämische Kreativhochburg […]

  • Reply C. 7. Dezember 2013 at 14:41

    Oh, oh, ich bekomme akute Reiselust. 🙂 Toll geschrieben!

  • Reply OnePiece und die Ernsthaftigkeit der Alltagskleidung. | tea & twigs 12. Dezember 2013 at 18:28

    […] 3. Antwerpen mal 5! Tipps für flämische Kreativhochburg […]

  • Reply Jede Stunde: Antwerpen - tea & twigstea & twigs 15. Juli 2015 at 12:18

    […] sehr uns Antwerpen von Stunde Null an gefallen hat, konntet und könnt ihr im Blogpost “5 mal Antwerpen” lesen. Dieser Artikel hat nun bereits ein paar Monate auf dem Buckel, aber nichts von seiner Aktualität […]

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